24 Tage Whoop 5.0 Test: Genial oder komplett überbewertet?

Ich habe das Whoop 5.0 Band 30 Tage im Alltag getestet (Schlaf, Recovery, Training). Hier ist mein ehrliches Fazit und warum ich es am Ende zurückgeschickt habe.

24 Tage Whoop 5.0 Test: Genial oder komplett überbewertet?


Ich wollte es wirklich mögen...

Das Whoop 5.0 verspricht bessere Regeneration, smarteres Training und ein komplett neues Körpergefühl.

Also habe ich die Testphase genutzt. 24 Tage lang, jeden Tag getragen, jede Metrik analysiert. Schlaf, Stress, Recovery, Training.

Und jetzt?
Jetzt ist meine Reise vorbei. Ich habe es zurückgeschickt.

In diesem Beitrag zeige ich dir:

  • was Whoop wirklich kann
  • was sich gut angefühlt hat
  • was mich genervt hat
  • und warum ich mich am Ende dagegen entschieden habe

Wenn du überlegst, dir ein Whoop zu holen, lies das hier zuerst.

Die ersten Tage

Nachdem ich das Whoop 5.0 Band bestellt habe konnte ich es kaum erwarten es zu erhalten. Ich war gespannt, ob es wirklich so gut ist wie es beworben wird. Die Kosten für die "kostenlose" Testphase sind auch überschaubar. Anfangs beworben mit nur 11,99€ für den Versand. Später stellt sich noch eine weitere Gebühr dazu, aber hierzu im letzten Abschnitt mehr.

Der erste Tag begann sehr enttäuschend. Anders als von der Samsung Galaxy Watch oder der Apple Watch erscheinen die Werte erst nach mehreren Tagen... Die Motivation war aber da mehr Sport zu machen und zu schauen, welche Werte im Laufe der Woche erscheinen.

Welche Werte sind wirklich interessant?

Nachdem das Whoop Band immer mehr Daten gesammelt hat, sind auch immer mehr Werte freigeschaltet worden. Einen großen Unterschied zu den Werten in der Samsung Galaxy Watch oder in der Apple Watch konnte ich nicht erkennen. Zwar verfügt das Whoop Band über kleine Zusatzwerte, aber wirklich relevant sind nur die Werte für die Erholung und die Belastung. Beide Werte sind Whoop eigene Werte und existieren bei anderen Anbietern nicht mit dem selben Namen. Garmin hat z.B. einen ähnlichen Wert mit dem Body Battery Wert.

Der Erholungswert berechnet anhand der Herzfrequenzvariabilität (HRV), dem Ruhepuls und der Atemfrequenz wie erholt dein Körper ist. Ein Wert zwischen 67% bis 100% (Grün) soll darstellen, dass man an diesem Tag seinen Körper gut auslasten kann und mit extra Sporteinheiten belasten kann. Bei einem Wert von 34% bis 66% (Gelb) sollte man nur ein mäßiges Training einlegen und Werte zwischen 1% bis 33% (Rot) bedeuten, dass man lieber einen Erholungstag einbauen sollte.
Ich muss jedoch sagen, dass ich bei diesem Wert auch selbst meistens gemerkt habe, ob ich heute ein größeres Workout oder ein eher kleineres einbauen sollte. Der Wert war somit nur eine kleine Bestätigung und auch in den Trainingseinheiten spürbar.

Der HRV Wert ist jedoch nicht einzigartig in der Whoop App. Auch die neueren Samsung Watches und Apple Watches können diesen Wert darstellen. Zwar berechnen sie keinen Erholungswert, aber man kann selber meistens an dem Wert erkennen, ob dieser niedriger als sonst ist oder höher.

Außerdem zeigt Whoop nach mehreren Tagen ein Whoop Alter an. Dieses soll zeigen, wie "alt" dein Körper ist und wie schnell dieser altert. Für mich ist der Wert jedoch eine komplette Spielerei und nicht relevant. Berechnet wird dieser anhand der Aktivitäten, dem Schlaf und nicht von den reinen Vitalwerten. Somit sagt er nichts über den Stoffwechsel aus.

Die restlichen Werte in der App sind relativ ähnlich zu anderen Anbietern. Auch die angezeigten Werte unterscheiden sich fast gar nicht außer in der Schrittzahl und dem Kalorienverbrauch. Hier rechnen jedoch alle Apps (Apple, Samsung und Whoop) anders. Auch ist die Darstellung aller Anbieter unterschiedlich.

Und wie ist die App?

Eines muss man Whoop lassen, die App ist super übersichtlich und zeigt alle Werte transparent. Da könne sich Samsung und Apple definitiv etwas abschauen!

Zu jeder Zeit konnte ich meinen Wecker einstellen, meine Werte einsehen und die Analysen zeitnah einsehen. Nur in den letzten Tagen gab es eine kleine Störung, welche nur spürbar war, da die Analyse der Workouts nicht direkt verarbeitet wurde. Für den Alltag jedoch nicht wirklich schlimm.

Was ich besondern gut in der App finde ist das eher neutrale Design mit vielen farblichen Elementen, welche übersichtlich alle Werte anzeigen. Die Diagramme sind immer schlüssig und richtig gewählt. Man kann ganz einfach den Wochenverlauf sehen und zwischen den Tagen in der oberen Leiste wechseln. Für mich war jedoch immer nur der aktuelle Tag interessant.

Eine ganz interessante Funktion in der App war das Tracken von Gewohnheiten. Hier kam jedoch im kompletten Test kein Ergebnis zustande obwohl beworben wird, dass man nur 5 mal für "Ja" und 5 mal für "Nein" stimmen muss, damit ein Ergebnis erscheint. Wahrscheinlich braucht das Band mehr als einen Monat Zeit für das Verarbeiten.

Ein weiterer Punkt für Whoop ist auf jeden Fall die einfache Einbindung von Samsung Health Daten und Withings Werten. Hiermit ist es super einfach alle Daten anderer Apps zu synchronisieren. So profitiert die Samsung App aus den Whoop Werten und die Whoop App aus den Samsung oder Withings Werten. Mit Apple ist dies ebenso syncronisierbar.

Einen Nachteil der App habe ich jedoch erkannt, nachdem ich über Android Health Connect versucht habe die Schlafdaten einzusehen. Anders als viele andere Anwendungen übermittelt Whoop die Schlafdaten nicht mit allen Schlafphasen sondern nur mit den Werten "Wach" oder "Schlaf". Das führt dazu, dass die Schlafanalyse nicht mehr mit der Samsung Watch funktioniert. Wer also eine Samsung Galaxy Watch trägt und gleichzeitig ein Whoop Band muss sich also zwischen Samsung Health App oder Whoop App entscheiden.

Die AI

Ein großes Argument für Whoop ist definitiv die implementierte AI. Diese AI basiert aktuell auf dem 5.2 Model von OpenAI. Diese hat Zugriff auf all deine Gesundheitsdaten und merkt sich sehr gut, was du ihr in vergangenen Nachrichten geschrieben hast. Ich habe einmal erwähnt, dass ich während dem Test mehr Fahrrad fahren möchte und plötzlich hat die AI mir ständig vorgeschlagen heute noch eine Runde mit dem Fahrrad einzulegen. Davor war nur von Workout die Rede.

Die AI ist dabei überall in der App unten links mit einem Whoop Logo sichtbar und kann jederzeit geöffnet werden. Befindet man sich in der Startseite der App, erhält man eine Tageszusammenfassung und Empfehlung für den Tag. Befindet man sich in der Workoutansicht oder der Schalfanalyse Seite, erhält man dementsprechend eine Schlafanalyse und Tipps wie man diesen verbessern kann oder was man beim nächsten Workout besser machen kann. Die AI kann einem auch helfen zu entscheiden, ob man im Gym beim nächsten Mal mehr Wiederholungen machen soll oder größere Gewichte nehmen sollte. Für Fitnessstudiogänger ist dies zwar hilfreich, aber alleine kein Kaufargument. Alle Fragen kann auch ChatGPT beantworten, wenn man ihm Screenshots der App gibt. Natürlich ist aber die User Experience in der App viel besser als alle Daten manuell zu ChatGPT zu verschieben.

Der Preis

Die Preisgestaltung ist gewagt, aber ganz interessant. Anders als viele anderen Anbieter hat Whoop keinen einmaligen Preis für das Band sondern ein Jahresabomodell. Dieses ist in der App auch auf einen monatlichen Zyklus umstellbar. Dabei kann man zwischen einem One Abo für 199€, einem Peak Abo für 264€ und einem Life Abo für 399€ /Jahr wählen.

Im Probeabo kann man leider nur die Funktionen bis zum Peak Abo testen. Somit sind die Blutdruck, ECG und Herzdaten nicht verfügbar. Definitiv ein Nachteil eines Probeabos. Mich hätten die Werte persönlich interessiert und mich vielleicht mehr überzeugt das Whoop Band zu behalten. Ansonsten muss jeder selbst beurteilen, ob ein Peak Abo Vorteile gegenüber dem One Abo hat. Das Whoop Alter und der Alterungsprozess ist nicht aussagekräftig. Ebenso ist der Gesundheitsmonitor und der Echtzeit-Stress-Monitor kein Argument für 65€ mehr pro Jahr. Ich vermute jedoch, dass das Life Abo interessant sein könnte, da die Samsung Watch und die Apple Watch keine kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks anbieten. Dort ist dies ist nur manuell messbar.

Zwischen 199€ bis 399€ kann ein Whoop Abo kosten

Fazit

Zum Schluss der Testzeit habe ich entschieden das Whoop Band zurückzusenden. Zwar hat es mich stark motiviert mehr Sport zu machen und wieder mehr das Tracking zu benutzen, aber das selbe kann ich mit der Samsung Watch oder der Apple Watch machen. Einen extremen Vorteil, außer in der App, habe ich zu den zwei Watches nicht gemerkt. Für den Preis möchte ich jedoch ungern auf meine Smartwatch verzichten oder zwei Geräte gleichzeitig tragen. Auch habe ich in dem Test ein wenig meine Smartwatch vermisst, da ich die Vorteile eines Bildschirmes genieße. Beim Radfahren kann ich direkt die Geschwindigkeit und die Pulszone sehen und darauf entsprechend reagieren.

Viel mehr hat mir der Test gezeigt, dass ich eine App benötige, welche mir alle Werte gut anzeigt und außerdem die Möglichkeit gibt meine Daten an eine AI zu übertragen. Genau deshalb entwickle ich aktuell eine eigene App, welche mir alle Daten richtig anzeigt und die Werte von einer Samsung Watch oder einer Apple Watch importiert.

Wer jedoch keine Smartwatch hat und eher normale Uhren mag, für den kann Whoop interessant sein. In dem Whoop Abo ist ein neues Gerät immer enthalten, wenn dieses neu rauskommt. Eine Apple Watch Series 11 kostet aktuell 449€ und mit dem One Abo könnte man über 2 Jahre das Abo nutzen und wäre günstiger als mit der Apple Watch.

Und wie einfach war es das Whoop Band nach dem Test zurückzusenden?
Naja, der Prozess war "relativ" einfach und man kann in der App ganz einfach sein Probeabo beenden. Es ist dabei genauso wie bei viele Anbietern mit vielen Fragen gestaltet und mehreren "Ich bleibe doch" Buttons. Am Ende hat mich noch eine 12€ Rückgabegebühr überrascht welche auf der Abrechnung plötzlich zu 13,92€ wurde. Für einen Monat Whoop Band macht es 25,91€. Ein stolzer Wert, dafür, dass nicht alle Features freigeschaltet waren. Es war jedoch definitiv Wert, das Band zu testen :)